Samstag, 22. Mai 2010

Wahlhelfer sein ist nicht schwer Nicht-Mörder dagegen sehr

Ich sitze gerade hier und habe nichts zu tun.

Also erzähle ich euch von einem meiner speziellen "Lieblingsfreunden".

Am 9 Mai waren hier in NRW Wahlen und seit ich 17 bin (da war gerade Kommunalwahl, also durfte ich schon wählen), bin ich bei jeder Wahl Wahlhelfer gewesen.

Das mache ich eigentlich auch sehr gerne, die Arbeit ist nicht schwer, mein Wahlbüro ist keine 5 Minuten von mir entfernt und in PB kriegt man 50€ als Aufwandsentschädigung. Letztes Jahr war ja hier das totale Wahljahr, erst Europawahl dann Kommunalwahl und danach Bundestagswahl. Und bei der ersten also Europawahl lernte ich ihn kennen, den Albtraum eines Freddy Krügers. Ein älterer Herr der ebenfalls Wahlhelfer machte und mich fast dazu brachte ihm die Urne über den Kopf zu ziehen.



Als erstes hatte er schon beim Aufbauen seine Bedenken geäußert die Urne mitten im Raum stehen zu lassen. Er wollte sie eigentlich quasi auf seinem Schoß haben und mit einem Blatt Papier bedecken, damit kein böser fieser Mensch eine Brandbombe oder ähnliches da rein schmeißen kann. Das war das erste Mal das ich das dringende Bedürfnis verspürte für einen Mord mein Leben hinter Gittern zu verbringen.


Seine nächste lustige Idee war, dass ich als Schriftführerin erst ein Häkchen hinter der Person mache wenn diese den Zettel in die Urne geschmissen hat. Es könnten ja alle die sich an einem Sonntag auf den Weg ins Wahllokal gemacht haben einfach ihre Zettel wieder mitnehmen. Eigentlich will ja auch gar keiner wählen der zur Wahl geht. In Wahrheit geht es uns allen ja nur um den Zettel!

Auch der Hinweis, das a) in fünf Jahren mir das noch nie unter gekommen ist in dem Wahlbezirk und b) es praktisch einfach nicht durchführbar ist, weil ich mir ja wenn zB 10 Leute im Lokal sind nicht merken kann welche Seite welche Nummer zu welchem Kopf gehört. Und wenn wir schon Menschen böses unterstellen, dann kann diese Person auch noch mal wieder kommen und mit dem Perso wählen und dann schmeißt er zwei Zettel rein und bei uns passt es auch wieder nicht.


Und dann hatte ich auch noch Schicht mit ihm. SUPER.

Und weil er sich nicht ausgelastet genug gefühlt hat, hat er die Wahlbenachrichtigungen angenommen und sollte mir dann die Nummer sagen. Die Idee fand ich auch mittelschwer ätzend, weil es mir persönlich leichter fällt gesehenes mit gesehenem zu vergleichen als gehörtes mit gesehenem.

Auf jeden Fall lief das dann immer so ab:

Sack: " 142. Ja, ja sie sind hier richtig."

Dann hat er mir irgendwann die Nummer gesagt, und ich konnte dann sagen ob alles okay ist. Und weil mir das alles viel zu langsam war und sich alles staute habe ich dann immer auf die Nummer gelinst und schon nachgeschaut während er noch die Wähler belästigte. Als er das gemerkt hat, hat er immer seinen Daumen auf die Wählerverzeichnisnummer gehalten, damit ich darauf angewiesen war es von ihm zu hören.


Super logisch finde ich auch die Tatsache, dass er immer Briefwahl macht und das obwohl er in dem Lokal wählen muss in dem er Wahlhelfer ist. Wie unnötig ist das denn? Wenn ich jetzt irgendwo anders sitzen würde, ja schön und gut dann würde ich es vielleicht auch machen, aber wenn ich doch eh den halben Tag da bin, kann ich doch auch der Umwelt zuliebe im Wahllokal wählen.


Und auch das Auszählen war durch ihn nur unnötig kompliziert.

Da ich bisher kaum die selben Wahlhelfer zweimal hatte, hoffte ich also bei der nächsten Wahl verschont zu bleiben.

Aber dem war nicht so auch bei den nächsten Wahlen war er da und machte mich rasend. Was ich an der ganzen Geschichte so toll finde, all seine blöden hirnrissigen Argumente brachte er jedes Mal vor und jedes Mal wird ihm erklärt, dass er Bullshit redet.

Und auch jetzt Anfang Mai war er wieder da und weil ich nicht schnell genug war hatte ich auch wieder mit ihm Schicht. Und alles was ich oben erzählt habe, passierte wieder, nur die Geschichte mit den Nummern nicht, da er diesmal die Zettel rausgab und somit ausgelastet war.


Mir bleibt für die nächste Wahl in 3 Jahren nur zu hoffen, dass er entweder nicht wieder als Wahlhelfer angeschrieben wird und sich auch nicht freiwillig meldet oder aber das sich sein Raucherdasein bis dahin gerächt hat.


Edit: Man merkt total, dass ich vorgeschrieben habe, wegen der anderen Schriftart XD

1 Kommentar:

  1. Oh ja, solche Menschen kenne ich auch... man muss sich ständig unter Kontrolle behalten, damit man ihnen nicht an die Gurgel geht... Horror!!

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